Wenn führende Politiker heute noch von einem "robusten Stabilisierungseinsatz" der Bundeswehr in Afghanistan sprechen, spiegelt das nicht nur pure Realitätsverweigerung wieder, sondern auch rationale Desinformation des Wahlvolkes vor der Bundestagwswahl. Die eingesetzten ISAF Kontingente der Bundeswehr befinden sich seit Beginn des Einsatzes im Krieg. Und die politische und militärische Führung hat es aus Unkenntnis über den Gegner und die Rücksichtnahme auf die Stimmung in Deutschland versäumt, eine entsprechende Einsatzstrategie zu entwicklen, da die Bundeswehr mit an der Realität vorbeigehenden Einsatzbefugnissen und vollkommen unzureichender Man- und Firepower in diesen Einsatz geschickt wurde. Schon seit Jahren sprechen Lageberichte oberster Behörden von der auf Sicherheitsaskpekten zurückzuführenden Abschottung militärischer Kräfte, die zu einer wachsenden Distanzierung der Zivilbevölkerung geführt hat. Damit werden ISAF und die Truppen der Anti-Terror-Koalition (ATK) schon lange nicht mehr als Garant für einen andauernden Frieden, raschen Wiederaufbau und wachsenden Wohlstand angesehen. Sondern vielmehr treiben die mit hohem Bodycount unter der Zivilbevölkerung durchgeführten Bombenangriffe auf jihadistische Gruppen diese vermehrt in die Arme der afghanischen Taliban, obwohl die überwiegende Mehrheit der Afgahnen die jihadistischen Kräfte ablehnt. Die AF-PAK (Afghanistan-Pakistan) Strategie der Obama Administration erzielt keinen Erfolg, da zwar weniger Luftangriffe geflogen werden, diese aber quantitaiv immer mehr zivile Opfer fordern. Ebenso haben die Niederlage der al Qaida im Irak und die forcierte Bekämpfung der pakistanischen Taliban im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet zu einem ausweichen ausländischer Mudschaheddin nach Afghanistan geführt. Heute existiert in Afghanistan nach den "Araber Afghanen" der ersten al Qaida Generation eine neue "Internationale der Mudschaheddin" in Afghanistan, unter denen sich vermehrt junge Muslime und Konvertiten aus Deutschland befinden, deren Werbung für die Teilnahme am Jihad man jeden Tag ungehindert im Internet ansehen kann. Viele dieser "Europa Afghanen" kehren in ihre Heimatländer zurück, um in Zukunft hier den "urbanen Jihad" auszuüben. Die Sicherheitslage in Afghanistan verschlechtert sich kontinuierlich und signifikant seit 2008. Das Land gilt heute als Staat mit der höchsten Gefährdung und dem höchsten Anschlagrisiko für alle vor Ort befindlichen militärischen und zivilen westlichen Kräfte. Die Bundeswehrsoldaten selbst stehen immer mehr im Zielspektrum regional ausgerichteter und international agierender jihadistischer Strukturen, da erfolgreiche (Selbstmord-)Attentate als erfolgversprechendes Mittel angesehen werden, die amtierende deutsche Regierung zu schwächen und einen Rückzug der Bundeswehr zu forcieren. Dabei haben die afghanischen Taliban schon den Medienkrieg gewonnen, da der Terror gegen die afghanische Zivilbevölkerung durch diese hier kaum wahrgenommen wird. Die Bundeswehrsoldaten selbst leiden unter dem im besten Fall mit Desinteresse wahrgenommenen Kriegseinsatz, während in Deutschland selbst durch linksextreme Gruppen ungestraft gezielt zu Gewalttaten gegen Gesundheit und Leben von Bundeswerangehörigen aufgerufen wird. So geschehen im Sommer. Wo ist hier das Medienecho und der Aufschrei der Bevölkerung geblieben? In Zukunft muss man vermehrt mit einem steigenden Bodycount deutschen Soldaten rechnen, wobei ein überstürzter Abzug das Land in ein neues Chaos stürzen würde. Militärisch wird man den Krieg in Afghanistan nicht gewinnen. Aber es kann im Rahmen erfolreicher Counterinsurgency erst einmal nur darum gehen, soviele Jihadisten bei gleichzeiitger Minimierung ziviler Opfer zu neutralisiern, damit die westlichen Militärkräfte als Schutzmacht angesehen werden, wobei eine ständige Präsenz im Raum flankierend erfolgen muss, womit das Prinzip der bisherigen Abschottung aufzugeben ist, um die Trennung von Jihadisten und Zivilbevölkerung zu erreichen. Eine Übertragung der Counterinsurgency im Irak durch "The Awakening" (ständige Präsenz militärischer Kräfte im Stadtbild und Unterstützung lokaler Stammesfürsten im Kampf gegen jihadistische Kräfte) wird man hierbei nicht 1:1 durchführen können. Aber es wird immer schwieriger, durch die seit Jahren unterlassene Aufklärung über Sinn und Zweck des Einsatzes der Bevölkerung zu erklären, warum vermehrt deutsche Soldaten in einem Land fallen, welches mittels der Sha´ria regiert und nie zu einem Land nach westlichen Demokratievorstellungen werden wird. Regiert von einem Präsidenten ohne Autorität außerhalb von Kabul, dem immer wieder Korruption und Verwicklung in den Drogenhandel vorgworfen wird. Dabei verdienen die im Einsatz befindlichen Soldaten jeden möglichen Rückhalt und jede Unterstützung durch Politik, militärische Führung und Bevölkerung. Denn sie setzen Leben und Gesundheit für die Freiheit unseres Landes und für die Verbesserung der Lage der afgahnischen Bevölkerung ein.
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