Dr. Thomas Tartsch
Blog
Kategorie 1
Kategorie 2
Dezember, 2008
Januar, 2009
Februar, 2009
März, 2009
April, 2009
Mai, 2009
Juni, 2009
Juli, 2009
August, 2009
September, 2009
Oktober, 2009
Dezember, 2009
Januar, 2010
Februar, 2010
März, 2010
April, 2010
Mai, 2010
Neues al Qaida Video nimmt Deutschland zum 5.mal ins Visier
28.02.2009 21:35:58

Das neue von der al Qaida nahen As Sahab Medienproduktion veröffentlichte Video "Der Islam und die Finanzkrise" mit dem Konvertiten "Abu Talha" (Bekkay Harrach) befasst sich mit der aktuellen Finanzkrise und dem kapitalistischen Konzept des "riba" (Zins), womit die ISAF Kontingente in Afghanistan finanziert werden. [Das angebliche Zinsverbot im Islam umfasst dabei nur Wucherzinsen]
Abu Talha fodert Deutschland auf, dem Kapitalismus abzuschwören und den Islam anzunehmen. Das 44 minütige Video wurde in deutscher Sprache mit arabischen Untertiteln veröffentlicht.
Dieses fünfte Video (und das zweite Video mit Abu Talha), welches sich direkt auf Deutschland bezieht, verdeutlicht die steigende Gefahr eines Anschlages im Land selbst und auf die ISAF Kontingente in Afghanistan











International anerkannter Terrorismusexperte untermauert meine Theorie des "urbanen Jihadisten"
23.02.2009 14:07:49

Der international anerkannte Terrorismusexperte und Direktor des „Future Terrorism Project“ in Washington, Walid Phares, hat in einem Interview mit der deutschen Zeitschrift „Konkret“ zu den Hintergründen des Massakers in Mumbai folgende Aussage getätigt (das Interview findet sich auch hier):


 


„[…] Was die Operation selbst betrifft, so hat sie etwas initiiert, das ich das Modell für den "Urbanen Dschihad" genannt habe: Die Täter halten Gebäude so lange wie möglich besetzt, bis sie schließlich den Sicherheitskräften erliegen. Dies wird auch anderenorts zu einer Blaupause werden.“


 


Dieses Konzept des „Urbanen Dschihad“ bekräftigt die in meiner im Oktober 2008 veröffentlichten Analyse „Tellurischer Partisan & urbaner Jihadist - Psychogramm des „homegrown terrorism“ „ getätigte Voraussage bezüglich der neuen Gefährderkategorie des „Europa-Afghanen und urbanen Jihadisten“, der sich durch folgende Charakteristika auszeichnet:


 


     • Globale Mobilität und offensives Agieren


    (nicht tellurischer Charakter)


 


    • Parteigänger für ein transzendentes Wesen


 


    • Höhere Anapassungsgabe, um Gesellschaft zu infiltrieren


    und nicht aufzufallen


 


    • Nutzung eigener und fremder Infrastruktur


    und Ausweitung der Kriegszone auf urbane Gegenden


 


• Kurze Ausbildung und Handhabung billiger Waffen


 


Dieser urbane Jihadist rekrutiert sich aus der von jungen „Re- und Newborn Muslimen“ und Konvertiten  gebildeten dritten Generation von Mudschaheddin des homegrown terrorism, die sich nicht nur durch immer schneller verlaufende Jihadisierungsprozesse auszeichnet, sondern deren Anhänger als „Europa-Afghanen“ ihre Ausbildung derzeit primär in Trainingscamps im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet erhalten, um nach ihrer Rückkehr den Jihad im urbanen Gelände auszuüben, wo seit 2007 mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt.


Damit kann meine Vorhersage in einem übergeordneten Rahmen mit dem Modell von Walid Phares verbunden werden, da der urbane Jihadist den urbanen Jihad ausübt, was die Sicherheitsbehörden vor neue Herausforderungen stellen wird. In meiner Analyse habe ich hierzu folgendes ausgeführt:


 


„[…] Der urbane Jihadist befindet sich somit inmitten der zu schützenden Gesellschaft, kann mithin nicht mit militärischen Mitteln wie „Kinetic Targeting“ (gezielte Tötung) und vernetzte „Fusion Cell“ Strategie (Irak) bekämpft werden, ohne die zu Schützenden selbst zu Opfern werden zu lassen.“


 


Da die Architektur der inneren Sicherheit in einer globalen Gefährdungslage, die die Grenzen zwischen äußerer und innerer Sicherheit immer mehr aufweicht, nicht eine statische Konstruktion darstellt, wird man vor dem Hintergrund der Erfahrungen des Counterterrorism und des Counterinsurgency für die Zukunft eine Strategiedebatte ohne Tabus führen müssen, die von der für den zivilen Bereich modifizierten „Fusion Cell“ Strategie bis zum Kentic Targeting von Mudschaheddin in der Ausführungsphase reicht.


Gerade die Herausforderung des urbanen Geländes, die im militärischen Bereich des Orts- und Häuserkampfes derzeit eine Renaissance erlebt, erfordert eine neue Strategie, um lang anhaltende Geiselnahmen wie im Oktober 2002 in Moskau und im Dezember 2007 in Mumbai zu verhindern, bei denen mit fortschreitender Dauer eine effektive Neutralisierung der Mudschaheddin nicht nur vereitelt, sondern auch der Body Count ziviler Opfer unnötig erhöht wurde. Aber nur ein frühzeitiges, entschlossenes und hartes Vorgehen gegen den urbanen Jihadisten kann einen erfolgreichen urbanen Jihad verhindern.


Wenn nicht in der Planungs- und Ausführungsphase durch Nachrichtengewinnung und effektiver Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsbehörden und für den Counterterrorism speziell ausgebildeter Polizeieinheiten (als Analogie zum militärischen Counterinsurgency), dann in der Ausführungsphase durch effektives Kinetic Targeting. Anders wird man die zu allem entschlossenen Mudschaheddin nicht erfolgreich bekämpfen können. Denn für diese Mudschaheddin gelten die in westlichen Ländern des Dār al-Harb lebenden Nichtmuslime als  حربي‎ harbī die man, da sie weder konvertieren, noch den Machtanspruch des Islam anerkennen oder im islamischen Machtbereich des Dār al-Islām als durch Unterwerfungsvertrag gegen Zahlung der ǧizya geduldete imma leben, töten oder versklaven darf (siehe hierzu Sure 9, Vers 5 und 29 des Koran). Das umfasst auch alle Muslime, die nicht mit den Zielen des Jihadismus übereinstimmen. Nur wenn man die Lehren und die Konzeption des Jihad kennt und versteht, versteht auch die Legitimation, Handlungsweise und Beweggründe des internationalen Jihadismus und kann entsprechende Gegenstrategien entwerfen. Ein erster Schritt hierzu ist das Studium der Vorgehensweise des Propheten seit der hiǧra 622 n.Chr., die bis heute als Vorbild für den Jihadismus gilt. Dies ist zu lange vernachlässigt worden.


 


 


 


 

al Qaidas wachsender Einfluss in Afghanistan
13.02.2009 11:12:03

Während man im Westen die jihadistische Bedrohung für ISAF und  NATO Kontingente  in Afghanistan primär bei den afghanischen und pakistanschen Taliban verortet, hat sich in den letzten Monaten die al Qaida reformiert und ihren Einfluss in beiden Ländern durch Reorganisation und Schaffung militärischer Strukturen ausgeweitet.


Nach Angaben mehrerer amerikanischer Nachrichtendienste haben sich in Afghanistan und Pakistan die frühere al Qaida „Brigade 55“ mit Teilen der „Tehrik-e-Taliban“ und des „Haqqani Netzwerkes“ verbunden.


Damit hat sich die Brigade 55 reorganisiert, deren früherer Anführer Khalid Habib al Shami im Oktober 2008 durch einen gezielten Luftschlag der amerikanischen Luftwaffe neutralisiert wurde. Geführt werden die al Qaida Kräfte derzeit von einem hochrangigen „Feldkommandeur“ der al Qaida, der von mehreren erfahrenen „Offizieren“ unterstützt wird. Die reformierte Brigade 55 besitzt eine Manpower von ca. 2000 Mudschaheddin und besteht aus saudischen, yemenitischen, ägyptischen, nordafrikanischen und irakischen Mudschaheddin, worunter sich auch hochrangige frühere Mitglieder von Saddam Husains Republikanischer Garde befinden. Insgesamt sollen drei bis vier Brigaden der al Qaida, die aus der Brigade 55 und anderen arabischen Brigaden bestehen, in Afghanistan den Jihad ausüben. Die al Qaida hat sich damit reorganisiert und besitzt derzeit eine militärische Stärke, die die von Ende 2001 deutlich übertrifft. Gleichzeitig nähert sich diese Struktur wieder der der ersten al Qaida Generation an, die als hierarchische Militärorganisation strukturiert war.


Die  “Tehrik-e-Taliban” sind Teil der als Umbrella Organization agierenden pakistanischen Taliban unter der Führung von Baitullah Mehsud. Das Haqqani Netzwerk unter Führung von Jalaluddin Haqqani erstreckt sich entlang der pakistanisch-afghanischen Grenze und ist verantwortlich für mehrere hochprofessionelle Anschläge in Afghanistan. Es operiert vor allem im Osten Afghanistans.


Die neue militärische Effizienz von al Qaida und afghanischen Taliban zeigte sich schon im Juli 2008, als al Qaida, afghanische Taliban, Lashker-e-Taiba und Hezb-e-Islami in einer konzertierten militärischen Aktion einen Außenposten der US Armee in Wanat (Nuristan Provinz in Afghanistan) angriffen, wobei neun US Soldaten getötet wurden, was den bisher höchsten Blutzoll für die US Truppen durch eine einzelne militärische Aktion bedeutete.


Mit dieser Entwicklung verschwimmen nach Einschätzung amerikanischer Nachrichtendienste die Grenzen zwischen al Qaida und Taliban, wobei sich der saudische Wahhâbismus gegen den bisher bei den Taliban geltenden Deobandismus (eine islamisch- pseudopuristische Bewegung aus Nordindien) durchsetzt, was eine verstärkte Jihadisierung der afghanischen und pakistanischen Taliban erwarten lässt, auch wenn diese weiterhin primär in unabhängigen Gruppen operieren.



Bei gleich bleibender Entwicklung erhöht sich damit die bisher schon zu konstatierende konkrete Anschlagsgefährdung für die deutschen ISAF Kontingente, die verstärkt ins Zielspektrum von al Qaida und afghanischen Taliban getreten sind, womit für die kommenden Monate mit weiteren gezielten Anschlägen zu rechnen ist.


 


 

Hintergrund: Christian Manfred Ganczarski
09.02.2009 13:42:01

Der in Paris zu 18 Jahren Haft verurteile Christian Manfred Ganczarski (Kampfname: Abu Ibrāhīm oder Ibrāhīm al-Almani) gehört zur ersten Generation von Konvertiten, die sich dem Ǧihād der al-Qā’ida anschlossen (die damals noch primär eine hierarchisch organisierte Militärorganisation darstellte), deren Mudschaheddin sich zu dieser Zeit vornehmlich aus ägyptischen und saudi-arabischen „Araber Afghanen“ zusammensetzten.


Ihre Prägung erhielten sie Anfang der 1990er Jahre durch den Besuch saudi-arabischer Universitäten, für die die materiellen Mittel für Stipendien im Rahmen einer globalen Da’wa Aktion durch das Königshaus der as-Sa’ūd bereitgestellt wurden, um westliche Konvertiten für die sunnitisch-hanbalitische und salafitische Islamauslegung der al-Muwahiddun (Fremdbezeichnung: al-Wahhābīya) zu gewinnen. So auch Ganczarski.


Er wurde im Oktober 1966 in Gliwice (Polen) geboren und zog mit seinen Eltern 1976 nach Mühlheim/Ruhr. Seinen Weg zum Islam fand er vor dem Hintergrund einer persönlichen Lebenskrise in Krefeld über einen Tunesier, der ihn dazu brachte, den Koran zu studieren, was ihn so beeindruckte, dass er 1986 konvertierte, sich den Namen Ibrāhīm zulegte und sich in einer Mühlheimer Moschee engagierte. Nach der Heirat mit einer deutschen Konvertitin war Ganczarski ein gläubiger Muslim, aber noch kein als „Gefährder“ eingestufter Mudschaheddin, was sich ab 1992 ändern sollte.


In diesem Jahr erhielt er nach Vorschlag des Imams der Mühlheimer Moschee und durch die Vermittlung des aus Saudi-Arabien stammenden und seit 1964 in Deutschland lebenden und als Gynäkologen praktizierenden Dr. Nadeem Elyas die Möglichkeit, ein Stipendium für ein Studium des Islam an der „Universität für islamische Wissenschaften“ in Medina zu erhalten. Elyas war zu der Zeit im Vorstand der Aachener Bilal-Moschee tätig und Vorsitzender des „Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V. (ZMD)“. Ebenso bekleidete er vorher unter anderem den Posten des Generalsekretärs der „Union Muslimischer Studenten Organisation in Europa“ (UMSO) mit heutigem Sitz in Bochum. Die UMSO gilt wie die „Union der in Europäischen Ländern Arbeitenden Muslime e.V.“ (UELAM) mit Sitz in Herne und dem „Bundesverband für islamische Tätigkeiten e.V.“ als Vorfeldorganisation des im nächsten Abschnitt behandelten IZA.


Trägerverein der Bilal-Moschee ist das 1978 beim Amtsgericht Aachen als Verein eingetragene „Islamisch Zentrum Aachen e.V.“ (IZA), welches von dem Führer der syrischen Muslimbrüder Professor Isameddin El Attar gegründet wurde. Attar hatte 1962 für die Muslimbrüder im syrischen Parlament gesessen, musste das Land aber später aus politischen Gründen verlassen und ging nach Deutschland ins Exil, wo er von 1978-1996 Leiter des IZA war. UMSO und UELAM waren früher wie dieses Mitglied im ZMD, werden aber heute nicht mehr auf der Homepage bei den Mitgliedsvereinen aufgeführt. Zum IZA gehört auch die „Internationale Muslimische Studenten Union e.V. – Aachen“ (IMSU), die am 11. Mai 1960 in Aachen von muslimischen Studenten und Akademikern gegründet wurde und Bauherr der Bilal-Moschee war, die von 1964 – 1970 errichtet wurde. Die Teppiche der Moschee wurden vom saudischen „Ministerium für Islamische Angelegenheiten“ gestiftet.


Die IMSU unterhält bundesweit Partnerschaften zu anderen islamischen Studentenvereinigungen. In NRW gilt dies für die Universitäten Bielefeld, Bochum, Duisburg, Düsseldorf, Essen und Köln.


Das IZA wird als syrischer Zweig der 1928 in Ismailiya/Ägypten gegründeten „dschamiyat al-ichwān al-muslimūn fi misr“  (Muslimbruderschaft) eingestuft, die laut Eigendefinition eine „social political group with a general islamic platform“ darstellt. Es war zunächst eng mit der zum ägyptischen Zweig der Muslimbruderschaft zugerechneten „Islamischen Gemeinschaft in Deutschland e.V.“ (IGD) und dem „Islamischen Zentrum München (IZM)“ verbunden, spaltete sich 1981 jedoch von diesen ab und benannte seine Mitglieder in „Islamische Avantgarden“ um, wobei beide Zweige die Ziele der Mutterorganisation weiterverfolgen.


Sie werden von den Sicherheitsbehörden zum „taktischen (auch: legalistischen) Islamismus“ gezählt, der seine Ziele unter Ausnutzung der Rechtslage und Nichtanwendung von Gewalt in Deutschland mit Hilfe einer legalistischen Strategie durchzusetzen versucht, um islamistische Milieus in Deutschland zu bilden und zu festigen.


Die Muslimbruderschaft gilt als erste revolutionäre und bis heute einflussreichste islamische Bewegung mit theoretischen Wurzeln im ägyptischen und saudischen Salafismus, die durch ihre oft klandestin agierenden Zweige global operiert und im ägyptischen Parlament trotz staatlicher Repressivmaßnahmen durch „unabhängige Kandidaten“ die größte Oppositionskraft stellt. Nur in Syrien wird sie vom herrschenden Assad-Regime unerbittlich verfolgt, seit die syrische Luftwaffe 1982 während des „Massakers von Hama“ ca. 20.000 – 30.000 Menschen tötete, da Hama eine Hochburg der syrischen Muslimbrüder war. Seit dieser Zeit sehen sich die syrischen Muslimbrüder einer unerbittlichen Verfolgung ausgesetzt, obwohl von Damaskus aus die politische Führungsriege der HAMAS agiert und eine Tagung von Führern von 30 internationalen Zweigen der Muslimbruderschaft zu deren Unterstützung geplant ist, da die HAMAS eine Gründung der palästinensischen Muslimbrüder darstellt. Dies verdeutlicht die unübersichtliche politische Lage im Nahen Osten, da die sunnitische HAMAS verstärkt vom schiitischen Iran unterstützt wird, der gleichzeitig auch die sunnitische al-Qā’ida unterstützt. So halten sich derzeit im Iran ca. 40 hochrangige Mitglieder des Terrornetzwerkes auf, die von Saudi-Arabien als Terroristen eingestuft werden. Diese haben wie das al-Qā’ida Mitglied Abdullah al-Qarawi Saudis als Mudschaheddin angeworben, die von einer Basis im Iran aus im Irak und im Libanon mit der dortigen Hez’b Allah trainieren und kämpfen.


Ganczarski nahm das Angebot für einen Studienaufenthalt an und ging mit seiner Familie nach Medina. Einen Schul- oder Ausbildungsabschluss erlangte er dort aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse nicht und musste 1994 mit seiner Familie Saudi-Arabien wieder verlassen, weil sein Stipendium eingestellt wurde. Gleichwohl war er in diesem Zeitraum zu einem Anhänger der al-Muwahiddun geworden, was seine Jihadisierung förderte.


In Deutschland führte ihn dann seine jihadistische Karriere von Kontakten in der Duisburger Al-Taqwa Moschee (u.a. mit Mounir El Motassadeq von der Hamburger Terrorzelle des 11.09.2001 und den al-Qā’ida Mitgliedern Karim Mehdi und Mouhamedou Ould Slahi) über den persönlichen Kontakt zu Usāma ibn Muhammad ibn Awad ibn Lādin bis zur Bekanntschaft mit Nizar ben Muhammad Nasr Nawar (Kampfname: Sayf = Schwert), dem Attentäter vom 11.04.2002 auf die Al-Ghriba Synagoge in Djerba, den er in Kandahar kennenlernte. Nawar rief kurz vor seinem Selbstmordanschlag neben Khalid Sheik Mohammed, dem damaligen Militärchef der al-Qā’ida, auch Ganczarski an, um sich von ihm seinen Segen für das Attentat erteilen zu lassen.


Zusammenfassung:


Christian Manfred Ganczarski jihadisierte sich in einem langwierigen Prozess, der in einem Gesamtzusammenhang gesehen die verästelten Netzwerkstrukturen des taktischen und militanten Islamismus in Deutschland verdeutlicht, die oft zusammenlaufen, auch wenn sich die Mittel beider Ausprägungen zur Zielerreichung unterscheiden.


Insbesondere die Da’wa Aktivitäten aus Saudi Arabien fördern trotz immer kurzfristig verlaufender Jihadisierungsprozesse heutiger „Europa Afghanen“ und „urbaner Jihadisten“ durch die digitalisierte salafitische „Cyber Umma“ bei psychisch instabilen und sich in Lebenskrisen befindlichen jungen Muslimen und Konvertiten die Empfänglichkeit für die Lehren der al-Muwahiddun, die emphatisch den Ǧihād predigen. Durch hohe finanzielle Investitionen und der Entsendung saudischer Imame hat sich diese Religionsauslegung seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion in einem Gürtel von Tschetschenien bis nach Bosnien und dem Kosovo etabliert und stellt damit in der globalen Gefährdungslage weiterhin ein nicht zu vernachlässigendes Gefährdungspotential dar.


 

4 Elemente gesamt
Flash IntroHauptseiteÜber michGehenna Buchverlag Kontaktieren Sie michBlog
Copyright 2009 by Dr. Thomas Tartsch