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Im Internet ist ein neues Video u.a. mit den Brüdern Chouka veröffentlicht worden, welches gezielt für den Ǧihād in Afghanistan unter deutschen Muslimen und Konvertiten wirbt, wozu neben dem Amir der „Islamischen Bewegung Usbekistan“ eine Reihe (teils vermummter) Muslime und Konvertiten aus Deutschland gezeigt werden, die als Muğāhidin in Afghanistan kämpfen.
Ungefähre Sinnübersetzung des Videos:
“Der Fortgang [für die deutschen Immigranten und Brüder] des Jihad in Afghanistan.
Neue deutsche Immigranten, für eure Brüder in Afghanistan“
Im Video zu sehen ist u.a. der gebürtige Bonner Monir Chouka, alias „Abu Adam aus Deutschland“, der schon im früheren Video die „Soldaten Allahs“ zu sehen war. Der 27 jährige Deutsch-Marokkaner rief schon dort die islamische Gemeinde in Deutschland auf, sich am Ǧihād in Afghanistan zu beteiligen, wobei insbesondere auch die ISAF Kontingente als Ziel von Anschlägen genannt und Bilder von Bundeswehrsoldaten gezeigt wurden.
Chouka verbrachte seine Kindheit und Jugend in Bonn. Nach einer Ausbildung zum Fachangestellten für Bürokommunikation arbeitete er als Bürosachbearbeiter im Statistischen Bundesamt in Bonn. Kurz darauf reiste er gemeinsam mit seinem Bruder in den Jemen, wo sie gemeinsam mit der Ǧihād Bewegung “al-Murabitoon” gegen die jemenitsche Regierung den Ǧihād führten. Ein Jahr später ebnete sich ihnen ein Weg nach Afghanistan, wo sie sich nun, unter dem Anführer der afghanischen Taliban, Mullah Muhammad Omar, am Ǧihād gegen die westlichen Truppenkontingente beteiligen. Denn in Afghanistan beteiligt sich auch der gebürtige Bonner Yassin Chouka, alias „Abu Ibraheem“, der 24 jährige Bruder von Monir Chouka, am Ǧihād gegen die „Ungläubigen“.
Kurz nach seiner Pilgerreise nach Makka brach er sein Studium als Elektrotechniker ab, um den Ruf zum Ǧihād zu folgen. Beide Brüder haben schon längere Zeit vor Afghanistan den Ǧihād in Deutschland unterstützt. Sie hielten islamische Vorträge, organisierten islamische Veranstaltungen und führten geheime Spendenaktionen für den Ǧihād und für die in islamischen Kriesengebieten kämpfenden Muğāhidin durch. 2006 gründeten sie die die islamische Gruppe “Ghazwa-Express”, bis sie sich 2008 den Muğāhidin in Afghanistan anschlossen, aber auch in Pakistan kämpften.
Die Sicherheitsbehörden stufen die Chouka Brüder als „höchstgefährlich“, da sie nicht nur wie die bisherigen islamischen homegrown terrorists im Westen geboren und aufgewachsen sind, sondern sich auch sehr gut in der Religion auskennen, womit ihr Prestige in islamischen Kreisen hoch angesiedelt ist.
Sie verdeutlichen die nicht nur in Afghanistan steigende Gefährdungslage für die ISAF Kontingente in Afghanistan, sondern wie lange schon in Deutschland der Ǧihād aktiv unterstützt wird. Denn im Ǧihād zählt alles als verdienstvolle Tat, was dem Ǧihād dient, wobei der im al-qur’ān neunundzwanzig Mal genannte gewaltsame „kleine Ǧihād“ als „al-dschihādu fī sabīl illāh“ = „äußerste Anstrengung (mit der Waffe, eig. Einfügung) auf dem Weg Allahs“ die höchste Stufe für einen gläubigen Muslim darstellt, wenn er dem Ruf zum Ǧihād als Muğāhid folgt. Im Video werden die entsprechenden Textstellen aus dem al-qur’ān als Untertitel eingeblendet, die die hervorgehobene Stellung des Muğāhid verdeutlichen, womit der Ǧihād als Konstante der islamischen Historie seit dem 7. Jahrhundert bestätigt wird.
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Nachdem durch den "Shari'a gegen Frieden" Deal die islamische Rechtsprechung der Shari'a im SWAT Tal eingeführt wurde, haben die pakistanischen Taliban unter Maulvi Faqir Mohammad (dem militärischen Kommandeur in der Region und Stellvertreter des Anfühers der Tehrik-e-Taliban Baitullah Mehsud) damit begonnen, auch in der Bajaur Region (ca. 100 km nördlich von Islamabad) die Shari'a einzuführen, wobei auch gegen die schiitische Minderheit vorgegangen wird, gegen die in den letzten Monaten im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet unter Federführung der pakistanischen Taliban Progrome durchgeführt wurden. Die Taliban selbst haben eine Religionspolizei eingesetzt, die mit Gewalt gegen jeden vorgeht, der sich der Einführung der Shari'a widersetzt.
Die geografische Karte zeigt, wie die pakistanische Hauptstadt immer mehr zum Endziel der Aktivitäten der dortigen Taliban werden, die die Stadt langfristig einnehmen wollen:
http://www.maplandia.com/pakistan/f-a-t-a/bajaur/
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Da der asymmetrische Krieg in Afghanistan immer weiter ins öffentliche Blickfeld gerät, empfehle ich dem interessierten Leser einen Blick auf meine Annäherung an den asymmetrischen Krieg als "Raumgewinnungs- und Raumerhaltungskrieg" auf der im Aufbau befindlichen Version 2.0 meiner früheren HP zu werfen, die sich an den Begriff der "Neuen Kriege" von Herfried Münkler anlehnt, sich aber speziell mit dem "modernen Jihadismus" vom hybriden global agierendenTerrornetzwerk al Qaida bis zum indigenen homegrown terrorism beschäftigt.
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21 German invader army terrorists killed in an ambush in Kunduz Sunday evening 05-04-2009 at approximately 6.45 pm local time, Mujahideen of Islamic Emirate of Afghanistan ambushed a foot patrolling unit of German invader army terrorists in Kunduz province, in the ambushed Mujahideen killed twenty one invader terrorists and wounded many also Mujahideen's booty's were weapons and military jackets.
6 German invader army terrorists killed and 1 tank destroyed in Kunduz Sunday afternoon 05-04-2009 at approximately 3.30 pm local time, Mujahideen of Islamic Emirate of Afghanistan with remote control landmine blew up a tank of German invader army in Chardara district of Kunduz province, the landmine destroyed the tank and six invader terrorists in it were killed.
Diese aktuellen "Erfolgsmeldungen" von den "Mudschaheddin des Islamic Emirate of Afghanistan" verdeutlichen den im Internt von der Öffentlichkeit unbemerkt geführten Cyber Jihad als Teil der pschologischen Kriegsführung. Dieser dient nicht nur der Verschleierung der eigenen Schwäche (da die militärischen Kräfte der Jihadisten zu schwach sind, um größere Operationen als direkte Konfrontation in Form der klassischen Feldschlacht als Konzentration militärischer Kräfte in Zeit und Raum mit den NATO Truppen zu führen), der Rekrutierung neuer Mudschaheddin in der islamischen und westlichen Welt und der Verunsicherung der politischen und miliärischen Führung, da die gezielte und globale Verbreitung der Falschmeldungen bezüglich der Bundeswehrsoldaten eine Botschaft beinhalten. Sie sollen verdeutlichen, wie stark die Bundeswehr in Afghanistan ins Zielspektrum des Jihadismus geraten ist.
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Das erste Quartal 2009 war für die NATO Truppen in Afghanistan das bisher verlustreichste während des ganzen Einsatzes seit Ende 2001. Nicht nur die Verluste pro Monat (Januar: 25, Februar: 24, März: 29 gefallene Soldaten), sondern die Gesamtzahl von 78 gefallenen Soldaten (43 US Truppen/ 35 andere Nationen) verdeutlicht die immer gefährlicher werdene Lage für die NATO Truppen im Land, da jetzt schon in drei Monaten die Zahl von gefallenen Soldaten während der einzelnen Jahre 2002 - 2004 überschritten wurde. Da die angekündigte Strategieänderung der US Truppen, wenn überhaupt, erst über einem längeren Zeitraum wirken kann. Und die deutschen ISAF Kontingente aufgrund der anstehenden Wahlen in Deutschland ins primäre Zielspektrum von al Qaida, Hez'b e-Islami und afghanischen Taliban geraten, muss im zweiten Quartal 2009 mit weiteren hohen Verlusten gerechnet werden.
Quelle: http://icasualties.org/oef/
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Hier ein Ausschnitt aus einer aktuellen Lagebeschreibung über die Aktivitäten der al Qaida in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), die zeigt, mit welchen Mitteln das globale Terrornetzwerk in ihrem Jihad gegen den Westen arbeitet:
"[...] Since past five years, Al Qaida has started running various under-cover business establishments such as restaurants, grocery stores, pubs, cocktail lounge, nightclubs and departments stores. In most of such establishments, especially Asian females are employed and given secret training on various offensive tactics. Some of these girls are heavily compensated for agreeing to get infected with HIV virus. Later they are posted in various nightclubs only to attract western tourists and spend night with them. This is termed as ´Noble Cause´ or ´Secret Holy War´ of Al Qaida aimed at spreading HIV virus to the western society at a larger frequency. Some females from Tunisia, Morocco, Egypt, Turkey, Yemen, Iraq and other Arab nations also join such ´noble cause´ by accepting HIV virus thus turning into living bomb for the westerners."
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In der 8000 Seelen-Gemeinde Oberstenfeld im Landkreis Ludwigsburg (ca. 40 km nördlich von Stuttgart) plant die DITIB den Bau einer klassischen Großmoschee mit Kuppel und Minarett. Obwohl der Bebauungsplan die Ausmaße eines solchen Gebäudes nicht hergibt, möchte man im Gemeinderat und Verwaltung der DITIB eine Ausnahmegenehmigung erteilen; im Baurecht heißt der Terminus „Einvernehmen“. Während sich Teile der CDU, besorgte Bürger und selbst die evangelische Kirchengemeinde gegen den geplanten Bau wehren, unterstützt CDU-Bürgermeister Reinhard Rosner dieses Großprojekt, wenngleich er mit Widerstand aus der Bevölkerung rechnet.
Dabei ist dieses Bauvorhaben aus vielfältigen Gründen abzulehnen.
Dieses liegt nicht nur am Bauherren, der Diyanet Türk Islam Birligi (DITIB), die den größten und jüngsten (rechnet man den “Islamrat” als Vorfeldorganisation der Millî Görüs zu deren Entstehungsgeschichte, die bis Ende der 1960er Jahre reicht) sunnitisch-türkischen Dachverband darstellt. Die am 05.07.1984 offiziell gegründete und dezentralistisch organisierte Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (DITIB) mit Zentrale in Köln ist der deutsche Ableger des Diyanet Isleri Baskanligi (Amtes für religiöse Angelegenheiten), welches am 3. März 1924 entsprechend Gesetz Nr. 429 des türkischen Gesetzbuches gegründet wurde. Es ist heute direkt dem Amt des Ministerpräsidenten angegliedert. Diyanet wurde gegründet, um die Religion unter die Kontrolle des türkischen Staates zu stellen (die Türkei ist kein laizistischer Staat mit getrennten Sphären), da der islamfeindliche Kemalismus zwar die politische Macht, aber nicht die Zustimmung großer Bevölkerungsteile errungen hatte, die insbesondere in den ländlichen Gebieten einem mit Aberglauben durchsetzten Volkislam anhingen. Atatürk versuchte daher, neben der Kontrolle der Religion, durch die Schaffung einer neuen sozialen Identität als Fundament des jungen Nationalstaates Türkei das bisher nicht existente “Türkentum” zu installieren, welches neben dem heute noch zelebrierten Kult um seine Person die Türkei zusammenhält. Damit mischten sich aber nach dem frühen Tod Atatürks, dessen Reformen nach heutiger Sicht zu schnell erfolgten, die wieder erstarkte Religion mit einem als extrem zu bezeichnenden Nationalismus, der auch in der Regel in den Moscheegemeinden der DITIB gepflegt wird.
Eines der Hauptziele der europäischen Ableger der Diyanet besteht in der Erhaltung und Festigung der monogamen Staatsloyalität zur Türkei, womit die im Ausland lebenden Türken treue Staatsbürger bleiben sollen, wodurch Integration faktisch ausgeschlossen wird. Da Diyanet der Kontrolle des jeweiligen Ministerpräsidenten unterliegt, wird auch DITIB davon beeinflusst, da der seit 11.03.2003 amtierende Recep Tayyip Erdogan und seine islamische Adalet ve Kalkinma Partisi (AK Parti) eine schleichende Islamisierung des Landes vorantreiben. Erdogan selbst war 1969 der Millî Görüs Bewegung beigetreten und wurde ein politischer Ziehsohn des früheren türkischen Ministerpräsidenten Necmettin Erbakan, dem heute noch unangefochtenen Führer der Millî Görüs. Die am 14.08.2001 gegründete AK Parti entstammt einer Spaltung der Bewegung, die aber entgegen der als im Westen wahrgenommen “gemäßigt islamistischen Reformpartei” weiterhin islamische Ziele vorantreibt.
Somit werden die rund 875 Moscheegemeinden der DITIB primär von der politischen Situation in der Türkei beeinflusst, da der in die Moscheegemeinde entsandte Hodscha (der türkischer Staatsbeamter ist) von der Diyanet bestimmt wird, die ebenso die am Freitag gehaltene Predigt in der Moschee an die Hodschas versendet. Ich selbst habe während meiner bisherigen Arbeit noch keine DITIB Moscheegemeinde erlebt, die aktive an einer Integration ihrer Mitglieder interessiert war.
Denn aufgrund der relativ kurzen Wirkungsphase von fünf Jahren und oft marginalen Sprachkenntnissen können diese Hodschas selbst bei gutem Willen oft nicht zur Integration beitragen. Hinzu kommt die Funktion der Moschee, die nicht nur ein Ort der kultischen Ritenausübung darstellt, sondern ein sozialer Kommunikations- und politischer, rechtlicher und lebenspraktischer Wertevermittlungsort ist, wo sich rund um die Moschee in der Regel eine spezifisch ethnisch-religiöse Infrastruktur ansiedelt, die die Entstehung paralleler Strukturen fördert, da der Bau einer Moschee in der Regel die Keimzelle einer neuen Umma (islamische Gemeinschaft) darstellt.
Diese ethnisch-religiöse Segregation stellt eine Weiterentwicklung der heute in fast jeder deutschen Stadt zu beobachtenden sektoralen residentiellen Segregation dar, die die Schaffung „demokratiefreier Räume“ fördert. Einheimische und Zugewanderte, die es sich leisten können, ziehen weg. Zurück bleiben diejenigen, die nicht können und neue Einwanderer, die vermehrt eine Revitalisierung nach hier mitgebrachter archaischer und religiöser Werte- und Normenstrukturen vollziehen. Aus der sektoralen residentiellen wird eine mehrkernige ethnisch-religiöse Segregation, die sich in Analogie zum nach Religions- und Volksgruppenzugehörigkeit getrennten Viertel der klassischen orientalischen Stadt entwickelt. Die religiöse Segregation stellt hierbei eine monokulturelle Ausprägung dar, da andere islamische Religionsgruppen (wie im türkischen Beispiel die schwer einzuordnenden Aleviten und die Kurden) nicht anerkannt und bekämpft werden. In der Türkei unterliegen diese Gruppen einer repressiven kulturellen Homogenisierungspolitik, während die Christen in der Türkei aufgrund einer manisch zu nennenden „Angst vor einer Christianisierung“ des Landes gezielt verfolgt werden.
Die sich durch den Bau einer Moschee beschleunigende Abschottung in Form einer neuen sunnitisch-türkisch geprägten Umma vollzieht sich dabei nicht nur innerhalb paralleler Strukturen, da Antagonismen zwischen einzelnen Familien und ethnischen Gruppen wie Türken und Arabern zu weiterer innerer Abschottung führt, sondern auch nach außen gegenüber Nichtmuslimen. Der islamische Grundsatz „al-walä’ wa-l-barä’a“ erlangt wieder Bedeutung. Man soll sich von Nichtmuslimen fernhalten, die Nähe von Muslimen suchen und diese im Notfall gegen Nichtmuslime unterstützen.
Die Abschottung vollzieht sich im Kern der jeweiligen Parallelgemeinschaft primär in der patriarchalisch determinierten Familie und drückt sich nicht nur in der Unterdrückung von Mädchen und Frauen, sondern vermehrt in Männlichkeitsnormen aus, die (auch rassistisch motivierte) Gewalt legitimieren
Der Moscheebau dient aus diesen Gründen unzweifelhaft nicht der immer genannten „Integration“, sondern man fördert vielmehr mit der Unterstützung solcher Projekte die sich vertiefende Segregation, wo “Importbräute” ohne Sprachkenntnisse in die bestehenden patriarchalisch bestimmten Strukturen bruchlos eingefügt werden, sich Fälle von Zwangsheiraten und “Ehrenmorden” häufen und vermehrt ein aggressiver Antijudaismus auftritt. Zudem entwickelt sich in diesen parallelen Strukturen eine hinsichtlich Sprach- und Bildungskompetenz persistente „neue Gastarbeitergeneration“, die ein Leben lang auf staatliche Transferleistungen angewiesen sein wird.
Aus all diesen Gründen ist die Zustimmung zum Bau der geplanten DITIB Moschee abzulehnen. Nicht nur in Oberstenfeld, sondern auch in anderen Städten, wo geplante Großmoscheen errichtet werden sollen.
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Nach dem Amoklauf von Winnenden beginnt wieder die Zeit der Delegierung der Ursachenerforschung über die Hintergründe des Amoklaufes. Aber nicht die immer angeführten üblichen Verdächtigen von Killerspielen bis zur Faszination für die Handfeuerwaffe tragen hier, wenn überhaupt, die alleinige Verantwortung. Auch wenn man fragen muss, warum der Vater des Amokläufers die Pistole samt des Munitionsvorrates unverschlossen gelagert hat.
Aber zielgerichtete Gewalt stellt immer den Endpunkt einer krisenhaften Entwicklung dar, an dem die individuellen Bewältigungsmechanismen versagt haben. Wie der Psychatrieprofessor Lothar Adler es explizit ausgeführt hat, denkt ein Drittel aller Menschen mindestens einmal im Leben über den totalen Terror nach. Doch nur bei den Allerwenigsten kommt es zum Amoklauf. Die Tat selbst bleibt unfassbar.
Also liegen die Ursachen vielmehr in der Gesellschaft selbst begründet, die sich durch ein immer stärker werdendes Auseinderbrechen und der Erosion der sozialen Bindungen auszeichnet.
Wie ich es in meinem im Januar 2009 erschienenden Essay "Thomas Hobbes und der Krieg in den Städten" vorhergesagt habe, stellt der Amokläufer nur den Vorboten dieser Prozesse, die sich ebenso in anderen Formen exzessiver alltäglicher Gewalt in den Familien und auf den Straßen ausdrücken. Nach der realistischen Anthropologie von Thomas Hobbes ist der Mensch eine zweibeinige Bestie, die nur durch die Furcht vor dem bellum omnium contra omnes (Krieg Jeder gegen Jeden) in Zaum gehalten werden kann, wodurch der Staat erst entsteht, in dessen vom Souverän als Hüter und Gewährer von Sicherheit und einem ziviliserten Leben geschaffenen Freiräumen sich das Individuum entwicklen kann, da es keine unbeschränkte Freiheit des Inidivduums gibt.
Und nichts anderes ist der Prozess der Sozialisation, der den in jedem Menschen schlummernden "Instikmodus der Jagd" bändigt und durch Erziehung und die Furcht vor repressiven Sanktionsmechanismen in die Schranken weist, damit die Gesellschaft nicht auseiander- und in den anarchischen Naturzustand zurückfällt, wo "der Mensch dem anderen ein Wolf" ist (homo homini lupus).
Dort, wo die primäre (Familie) und sekundäre Sozialisation (Umwelt und Institutionen wie Schulen) nicht mehr greifen, um Geborgenheit und Frustrationsbewältigung als Schutzmechanismen zu vermitteln, sucht sich der Amokläufer eine andere Form der Anerkennung und Bestätigung des eigenen Ich, die seine eigene als minderwertig empfundene Identität in nietzianischen Höhen kompensiert. Pekka-Erik Auvinnen, der erste finnische Amokläufer, der am 07.11.2007 ein Massaker an seiner Schule anrichtete, beschreibt das anschaulich in seinem hinterlassenen "Manifest": [...] Ihr werdet sagen, ich sei "verrückt", "krank", "psychopathisch", "kriminell" oder ähnlichen Mist. Nein, die Wahrheit ist, dass ich ein Tier, ein Individuum, ein Dissident bin."
Amokläufer fallen nicht vom Himmel, sondern erfahren ihre Geburt vermehrt in der kleinbürgerlichen Lebenswelt hinter den Gartenzäunen und Schulmauern der Gartenzwerg-Idylle, wo Augen und Ohren vor den Anzeichen der psychischen Verwandlung verschlossen werden.
Aber nur, wenn man den Täter versteht, kann man weitere Amokläufe verhindern.
Es reicht somit nicht, in blinden Aktionismus zu verfallen. Sondern nur eine ehrliche Ursachenanalyse wird helfen, die die Verantwortung von Familie, sozialer Umwelt und Mitschülern thematisiert.
Sollte aber die Gesellschaft weiter auseinanderdriften, wird das eintreten, was der Poet William Butler Yeats in seinem Gedicht "Der jüngste Tag" vorhersagt: "Die Dinge fallen auseinander. Die Mitte hält nicht mehr. Bloße Anarchie bricht aus über die Welt, und überall wird er heilige Vorgang der Unschuld ertränkt in blutgeblendeten Strömungen".
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Die Jihadisierung eines Muslim oder Konvertiten der dritten Generation des "homegrown terrorism" stellt keinen einstufigen Prozess dar.
Wie an anderer Stelle ausgeführt, jihadisieren sich aktuell primär junge „Newborn Muslime“ und Konvertiten vermehrt in einem ersten Schritt durch einen die Gewalt ästhetisierenden und die Psyche brutalisierenden „MTV-Islam“, der mittels Videoclipartig geschnittener visueller Bilddokumente die Taten der Jihadisten an verschiedenen Brennpunkten der Welt heroisiert. Damit wird ein transnationales kollektives Bewusstsein als „Muslim sein“ konstruiert, welches jede aktuelle politische Entwicklung, in die islamische Länder involviert sind, als Angriff auf „den Islam“ wahrnimmt. Auch wenn die Lebenswelt des Aspiranten in der westlichen Welt verortet ist und in der Regel keine familiären oder verwandtschaftlichen Beziehungen zum Ort des Geschehens existieren.
Mit dieser kognitiven emotionalen Brutalisierung und Solidarisierung wird die Bereitschaft gefördert, als Mudschaheddin in den Jihad zu ziehen.
Den zweiten Schritt zur Jihadisierung stellen „Talentspotter“ in und im Umfeld von Moscheen und islamischen Kulturzentren dar, die gezielt jüngere Muslime und Konvertiten ansprechen, um sie für jihadistische Netzwerke zu rekrutieren.
Mittels direkten „Face to Face“ Kontakten spiegeln sie nicht nur ein Interesse für die oftmals schwierigen Lebensumstände der Probanden vor, um eine Basis der Vertrautheit und Abhängigkeit zu schaffen, sondern sie indoktrinieren den Einzelnen, der somit Schritt für Schritt fest in eine Gruppe Gleichgesinnter eingebunden wird, u.a. mittels im Internet kursierender Jihadliteratur in deutscher Übersetzung, um diesen auf den „al-Jihad fî sabîl Allah“ zu führen. Die äußerste Anstrengung auf dem Weg Allahs, wo der shahîd (Märtyrer) mit seinem blutgetränkten Hemd direkt Eintritt ins Paradies erhält, da er als einer der shuada al-ma’raka (Märtyrer in dieser und der nächsten Welt) eine bevorzugte Stellung vor allen anderen Mudschaheddin besitzt, die nicht im bewaffneten Kampf sterben.
Der dritte Schritt erfolgt durch die militärische Ausbildung in Trainingslagern, die entweder über den Umweg einschlägig bekannter Sprachschulen in Ägypten, oder direkt durch Einreise erreicht werden. Hier erhält der Mudschaheddin eine „Grundausbildung“ an Handwaffen und eine Einweisung in die Herstellung und den Gebrauch von Sprengmitteln und Explosivkörpern. Diese relativ billige und oberflächliche Ausbildung reicht für den geplanten Einsatz des im urbanen Gelände vollkommen aus, da ein Angriff auf soft targets mit hohem body count innerhalb hochempfindlicher Infrastrukturen mit dicht gedrängten Menschenmassen keine kostenintensiven militärischen Mittel voraussetzt, um zum Erfolg zu führen.
In einem vierten Schritt bildet sich in der Heimatregion eine Jihadi-Zelle, die nach neuester Ausbildungsanweisung von al Qaida aus folgenden Mitgliedern bestehen soll:
- Anführer
- Chemieexperte
- Sprengstoffexperte (den auch der Chemieexperte stellen kann)
- Elektronik- und Computerexperte
- Scharfschütze
- Ein Mudschaheddin, der sich im Operationsgebiet auskennt
Diese „Schläferzelle“ bleibt solange inaktiv, bis die „urbanen Jihadisten“ ihren Auftrag ausführen sollen.
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Die NATO Truppen in Afghanistan haben im Januar und Februar 2009 ihre bisher schwersten Verluste im Vergleich zu den gleichen Monaten der übrigen Jahren erlitten. Insgesamt fielen bis jetzt 48 Soldaten (30 US/18 andere).
Quelle: http://icasualties.org/oef/
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Das neue von der al Qaida nahen As Sahab Medienproduktion veröffentlichte Video "Der Islam und die Finanzkrise" mit dem Konvertiten "Abu Talha" (Bekkay Harrach) befasst sich mit der aktuellen Finanzkrise und dem kapitalistischen Konzept des "riba" (Zins), womit die ISAF Kontingente in Afghanistan finanziert werden. [Das angebliche Zinsverbot im Islam umfasst dabei nur Wucherzinsen] Abu Talha fodert Deutschland auf, dem Kapitalismus abzuschwören und den Islam anzunehmen. Das 44 minütige Video wurde in deutscher Sprache mit arabischen Untertiteln veröffentlicht. Dieses fünfte Video (und das zweite Video mit Abu Talha), welches sich direkt auf Deutschland bezieht, verdeutlicht die steigende Gefahr eines Anschlages im Land selbst und auf die ISAF Kontingente in Afghanistan


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Der international anerkannte Terrorismusexperte und Direktor des „Future Terrorism Project“ in Washington, Walid Phares, hat in einem Interview mit der deutschen Zeitschrift „Konkret“ zu den Hintergründen des Massakers in Mumbai folgende Aussage getätigt (das Interview findet sich auch hier):
„[…] Was die Operation selbst betrifft, so hat sie etwas initiiert, das ich das Modell für den "Urbanen Dschihad" genannt habe: Die Täter halten Gebäude so lange wie möglich besetzt, bis sie schließlich den Sicherheitskräften erliegen. Dies wird auch anderenorts zu einer Blaupause werden.“
Dieses Konzept des „Urbanen Dschihad“ bekräftigt die in meiner im Oktober 2008 veröffentlichten Analyse „Tellurischer Partisan & urbaner Jihadist - Psychogramm des „homegrown terrorism“ „ getätigte Voraussage bezüglich der neuen Gefährderkategorie des „Europa-Afghanen und urbanen Jihadisten“, der sich durch folgende Charakteristika auszeichnet:
• Globale Mobilität und offensives Agieren
(nicht tellurischer Charakter)
• Parteigänger für ein transzendentes Wesen
• Höhere Anapassungsgabe, um Gesellschaft zu infiltrieren
und nicht aufzufallen
• Nutzung eigener und fremder Infrastruktur
und Ausweitung der Kriegszone auf urbane Gegenden
• Kurze Ausbildung und Handhabung billiger Waffen
Dieser urbane Jihadist rekrutiert sich aus der von jungen „Re- und Newborn Muslimen“ und Konvertiten gebildeten dritten Generation von Mudschaheddin des homegrown terrorism, die sich nicht nur durch immer schneller verlaufende Jihadisierungsprozesse auszeichnet, sondern deren Anhänger als „Europa-Afghanen“ ihre Ausbildung derzeit primär in Trainingscamps im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet erhalten, um nach ihrer Rückkehr den Jihad im urbanen Gelände auszuüben, wo seit 2007 mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung lebt.
Damit kann meine Vorhersage in einem übergeordneten Rahmen mit dem Modell von Walid Phares verbunden werden, da der urbane Jihadist den urbanen Jihad ausübt, was die Sicherheitsbehörden vor neue Herausforderungen stellen wird. In meiner Analyse habe ich hierzu folgendes ausgeführt:
„[…] Der urbane Jihadist befindet sich somit inmitten der zu schützenden Gesellschaft, kann mithin nicht mit militärischen Mitteln wie „Kinetic Targeting“ (gezielte Tötung) und vernetzte „Fusion Cell“ Strategie (Irak) bekämpft werden, ohne die zu Schützenden selbst zu Opfern werden zu lassen.“
Da die Architektur der inneren Sicherheit in einer globalen Gefährdungslage, die die Grenzen zwischen äußerer und innerer Sicherheit immer mehr aufweicht, nicht eine statische Konstruktion darstellt, wird man vor dem Hintergrund der Erfahrungen des Counterterrorism und des Counterinsurgency für die Zukunft eine Strategiedebatte ohne Tabus führen müssen, die von der für den zivilen Bereich modifizierten „Fusion Cell“ Strategie bis zum Kentic Targeting von Mudschaheddin in der Ausführungsphase reicht.
Gerade die Herausforderung des urbanen Geländes, die im militärischen Bereich des Orts- und Häuserkampfes derzeit eine Renaissance erlebt, erfordert eine neue Strategie, um lang anhaltende Geiselnahmen wie im Oktober 2002 in Moskau und im Dezember 2007 in Mumbai zu verhindern, bei denen mit fortschreitender Dauer eine effektive Neutralisierung der Mudschaheddin nicht nur vereitelt, sondern auch der Body Count ziviler Opfer unnötig erhöht wurde. Aber nur ein frühzeitiges, entschlossenes und hartes Vorgehen gegen den urbanen Jihadisten kann einen erfolgreichen urbanen Jihad verhindern.
Wenn nicht in der Planungs- und Ausführungsphase durch Nachrichtengewinnung und effektiver Zusammenarbeit zwischen Sicherheitsbehörden und für den Counterterrorism speziell ausgebildeter Polizeieinheiten (als Analogie zum militärischen Counterinsurgency), dann in der Ausführungsphase durch effektives Kinetic Targeting. Anders wird man die zu allem entschlossenen Mudschaheddin nicht erfolgreich bekämpfen können. Denn für diese Mudschaheddin gelten die in westlichen Ländern des Dār al-Harb lebenden Nichtmuslime als حربي harbī die man, da sie weder konvertieren, noch den Machtanspruch des Islam anerkennen oder im islamischen Machtbereich des Dār al-Islām als durch Unterwerfungsvertrag gegen Zahlung der ǧizya geduldete ḏimma leben, töten oder versklaven darf (siehe hierzu Sure 9, Vers 5 und 29 des Koran). Das umfasst auch alle Muslime, die nicht mit den Zielen des Jihadismus übereinstimmen. Nur wenn man die Lehren und die Konzeption des Jihad kennt und versteht, versteht auch die Legitimation, Handlungsweise und Beweggründe des internationalen Jihadismus und kann entsprechende Gegenstrategien entwerfen. Ein erster Schritt hierzu ist das Studium der Vorgehensweise des Propheten seit der hiǧra 622 n.Chr., die bis heute als Vorbild für den Jihadismus gilt. Dies ist zu lange vernachlässigt worden.
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Während man im Westen die jihadistische Bedrohung für ISAF und NATO Kontingente in Afghanistan primär bei den afghanischen und pakistanschen Taliban verortet, hat sich in den letzten Monaten die al Qaida reformiert und ihren Einfluss in beiden Ländern durch Reorganisation und Schaffung militärischer Strukturen ausgeweitet.
Nach Angaben mehrerer amerikanischer Nachrichtendienste haben sich in Afghanistan und Pakistan die frühere al Qaida „Brigade 55“ mit Teilen der „Tehrik-e-Taliban“ und des „Haqqani Netzwerkes“ verbunden.
Damit hat sich die Brigade 55 reorganisiert, deren früherer Anführer Khalid Habib al Shami im Oktober 2008 durch einen gezielten Luftschlag der amerikanischen Luftwaffe neutralisiert wurde. Geführt werden die al Qaida Kräfte derzeit von einem hochrangigen „Feldkommandeur“ der al Qaida, der von mehreren erfahrenen „Offizieren“ unterstützt wird. Die reformierte Brigade 55 besitzt eine Manpower von ca. 2000 Mudschaheddin und besteht aus saudischen, yemenitischen, ägyptischen, nordafrikanischen und irakischen Mudschaheddin, worunter sich auch hochrangige frühere Mitglieder von Saddam Husains Republikanischer Garde befinden. Insgesamt sollen drei bis vier Brigaden der al Qaida, die aus der Brigade 55 und anderen arabischen Brigaden bestehen, in Afghanistan den Jihad ausüben. Die al Qaida hat sich damit reorganisiert und besitzt derzeit eine militärische Stärke, die die von Ende 2001 deutlich übertrifft. Gleichzeitig nähert sich diese Struktur wieder der der ersten al Qaida Generation an, die als hierarchische Militärorganisation strukturiert war.
Die “Tehrik-e-Taliban” sind Teil der als Umbrella Organization agierenden pakistanischen Taliban unter der Führung von Baitullah Mehsud. Das Haqqani Netzwerk unter Führung von Jalaluddin Haqqani erstreckt sich entlang der pakistanisch-afghanischen Grenze und ist verantwortlich für mehrere hochprofessionelle Anschläge in Afghanistan. Es operiert vor allem im Osten Afghanistans.
Die neue militärische Effizienz von al Qaida und afghanischen Taliban zeigte sich schon im Juli 2008, als al Qaida, afghanische Taliban, Lashker-e-Taiba und Hezb-e-Islami in einer konzertierten militärischen Aktion einen Außenposten der US Armee in Wanat (Nuristan Provinz in Afghanistan) angriffen, wobei neun US Soldaten getötet wurden, was den bisher höchsten Blutzoll für die US Truppen durch eine einzelne militärische Aktion bedeutete.
Mit dieser Entwicklung verschwimmen nach Einschätzung amerikanischer Nachrichtendienste die Grenzen zwischen al Qaida und Taliban, wobei sich der saudische Wahhâbismus gegen den bisher bei den Taliban geltenden Deobandismus (eine islamisch- pseudopuristische Bewegung aus Nordindien) durchsetzt, was eine verstärkte Jihadisierung der afghanischen und pakistanischen Taliban erwarten lässt, auch wenn diese weiterhin primär in unabhängigen Gruppen operieren.
Bei gleich bleibender Entwicklung erhöht sich damit die bisher schon zu konstatierende konkrete Anschlagsgefährdung für die deutschen ISAF Kontingente, die verstärkt ins Zielspektrum von al Qaida und afghanischen Taliban getreten sind, womit für die kommenden Monate mit weiteren gezielten Anschlägen zu rechnen ist.
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Der in Paris zu 18 Jahren Haft verurteile Christian Manfred Ganczarski (Kampfname: Abu Ibrāhīm oder Ibrāhīm al-Almani) gehört zur ersten Generation von Konvertiten, die sich dem Ǧihād der al-Qā’ida anschlossen (die damals noch primär eine hierarchisch organisierte Militärorganisation darstellte), deren Mudschaheddin sich zu dieser Zeit vornehmlich aus ägyptischen und saudi-arabischen „Araber Afghanen“ zusammensetzten.
Ihre Prägung erhielten sie Anfang der 1990er Jahre durch den Besuch saudi-arabischer Universitäten, für die die materiellen Mittel für Stipendien im Rahmen einer globalen Da’wa Aktion durch das Königshaus der as-Sa’ūd bereitgestellt wurden, um westliche Konvertiten für die sunnitisch-hanbalitische und salafitische Islamauslegung der al-Muwahiddun (Fremdbezeichnung: al-Wahhābīya) zu gewinnen. So auch Ganczarski.
Er wurde im Oktober 1966 in Gliwice (Polen) geboren und zog mit seinen Eltern 1976 nach Mühlheim/Ruhr. Seinen Weg zum Islam fand er vor dem Hintergrund einer persönlichen Lebenskrise in Krefeld über einen Tunesier, der ihn dazu brachte, den Koran zu studieren, was ihn so beeindruckte, dass er 1986 konvertierte, sich den Namen Ibrāhīm zulegte und sich in einer Mühlheimer Moschee engagierte. Nach der Heirat mit einer deutschen Konvertitin war Ganczarski ein gläubiger Muslim, aber noch kein als „Gefährder“ eingestufter Mudschaheddin, was sich ab 1992 ändern sollte.
In diesem Jahr erhielt er nach Vorschlag des Imams der Mühlheimer Moschee und durch die Vermittlung des aus Saudi-Arabien stammenden und seit 1964 in Deutschland lebenden und als Gynäkologen praktizierenden Dr. Nadeem Elyas die Möglichkeit, ein Stipendium für ein Studium des Islam an der „Universität für islamische Wissenschaften“ in Medina zu erhalten. Elyas war zu der Zeit im Vorstand der Aachener Bilal-Moschee tätig und Vorsitzender des „Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V. (ZMD)“. Ebenso bekleidete er vorher unter anderem den Posten des Generalsekretärs der „Union Muslimischer Studenten Organisation in Europa“ (UMSO) mit heutigem Sitz in Bochum. Die UMSO gilt wie die „Union der in Europäischen Ländern Arbeitenden Muslime e.V.“ (UELAM) mit Sitz in Herne und dem „Bundesverband für islamische Tätigkeiten e.V.“ als Vorfeldorganisation des im nächsten Abschnitt behandelten IZA.
Trägerverein der Bilal-Moschee ist das 1978 beim Amtsgericht Aachen als Verein eingetragene „Islamisch Zentrum Aachen e.V.“ (IZA), welches von dem Führer der syrischen Muslimbrüder Professor Isameddin El Attar gegründet wurde. Attar hatte 1962 für die Muslimbrüder im syrischen Parlament gesessen, musste das Land aber später aus politischen Gründen verlassen und ging nach Deutschland ins Exil, wo er von 1978-1996 Leiter des IZA war. UMSO und UELAM waren früher wie dieses Mitglied im ZMD, werden aber heute nicht mehr auf der Homepage bei den Mitgliedsvereinen aufgeführt. Zum IZA gehört auch die „Internationale Muslimische Studenten Union e.V. – Aachen“ (IMSU), die am 11. Mai 1960 in Aachen von muslimischen Studenten und Akademikern gegründet wurde und Bauherr der Bilal-Moschee war, die von 1964 – 1970 errichtet wurde. Die Teppiche der Moschee wurden vom saudischen „Ministerium für Islamische Angelegenheiten“ gestiftet.
Die IMSU unterhält bundesweit Partnerschaften zu anderen islamischen Studentenvereinigungen. In NRW gilt dies für die Universitäten Bielefeld, Bochum, Duisburg, Düsseldorf, Essen und Köln.
Das IZA wird als syrischer Zweig der 1928 in Ismailiya/Ägypten gegründeten „dschamiyat al-ichwān al-muslimūn fi misr“ (Muslimbruderschaft) eingestuft, die laut Eigendefinition eine „social political group with a general islamic platform“ darstellt. Es war zunächst eng mit der zum ägyptischen Zweig der Muslimbruderschaft zugerechneten „Islamischen Gemeinschaft in Deutschland e.V.“ (IGD) und dem „Islamischen Zentrum München (IZM)“ verbunden, spaltete sich 1981 jedoch von diesen ab und benannte seine Mitglieder in „Islamische Avantgarden“ um, wobei beide Zweige die Ziele der Mutterorganisation weiterverfolgen.
Sie werden von den Sicherheitsbehörden zum „taktischen (auch: legalistischen) Islamismus“ gezählt, der seine Ziele unter Ausnutzung der Rechtslage und Nichtanwendung von Gewalt in Deutschland mit Hilfe einer legalistischen Strategie durchzusetzen versucht, um islamistische Milieus in Deutschland zu bilden und zu festigen.
Die Muslimbruderschaft gilt als erste revolutionäre und bis heute einflussreichste islamische Bewegung mit theoretischen Wurzeln im ägyptischen und saudischen Salafismus, die durch ihre oft klandestin agierenden Zweige global operiert und im ägyptischen Parlament trotz staatlicher Repressivmaßnahmen durch „unabhängige Kandidaten“ die größte Oppositionskraft stellt. Nur in Syrien wird sie vom herrschenden Assad-Regime unerbittlich verfolgt, seit die syrische Luftwaffe 1982 während des „Massakers von Hama“ ca. 20.000 – 30.000 Menschen tötete, da Hama eine Hochburg der syrischen Muslimbrüder war. Seit dieser Zeit sehen sich die syrischen Muslimbrüder einer unerbittlichen Verfolgung ausgesetzt, obwohl von Damaskus aus die politische Führungsriege der HAMAS agiert und eine Tagung von Führern von 30 internationalen Zweigen der Muslimbruderschaft zu deren Unterstützung geplant ist, da die HAMAS eine Gründung der palästinensischen Muslimbrüder darstellt. Dies verdeutlicht die unübersichtliche politische Lage im Nahen Osten, da die sunnitische HAMAS verstärkt vom schiitischen Iran unterstützt wird, der gleichzeitig auch die sunnitische al-Qā’ida unterstützt. So halten sich derzeit im Iran ca. 40 hochrangige Mitglieder des Terrornetzwerkes auf, die von Saudi-Arabien als Terroristen eingestuft werden. Diese haben wie das al-Qā’ida Mitglied Abdullah al-Qarawi Saudis als Mudschaheddin angeworben, die von einer Basis im Iran aus im Irak und im Libanon mit der dortigen Hez’b Allah trainieren und kämpfen.
Ganczarski nahm das Angebot für einen Studienaufenthalt an und ging mit seiner Familie nach Medina. Einen Schul- oder Ausbildungsabschluss erlangte er dort aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse nicht und musste 1994 mit seiner Familie Saudi-Arabien wieder verlassen, weil sein Stipendium eingestellt wurde. Gleichwohl war er in diesem Zeitraum zu einem Anhänger der al-Muwahiddun geworden, was seine Jihadisierung förderte.
In Deutschland führte ihn dann seine jihadistische Karriere von Kontakten in der Duisburger Al-Taqwa Moschee (u.a. mit Mounir El Motassadeq von der Hamburger Terrorzelle des 11.09.2001 und den al-Qā’ida Mitgliedern Karim Mehdi und Mouhamedou Ould Slahi) über den persönlichen Kontakt zu Usāma ibn Muhammad ibn Awad ibn Lādin bis zur Bekanntschaft mit Nizar ben Muhammad Nasr Nawar (Kampfname: Sayf = Schwert), dem Attentäter vom 11.04.2002 auf die Al-Ghriba Synagoge in Djerba, den er in Kandahar kennenlernte. Nawar rief kurz vor seinem Selbstmordanschlag neben Khalid Sheik Mohammed, dem damaligen Militärchef der al-Qā’ida, auch Ganczarski an, um sich von ihm seinen Segen für das Attentat erteilen zu lassen.
Zusammenfassung:
Christian Manfred Ganczarski jihadisierte sich in einem langwierigen Prozess, der in einem Gesamtzusammenhang gesehen die verästelten Netzwerkstrukturen des taktischen und militanten Islamismus in Deutschland verdeutlicht, die oft zusammenlaufen, auch wenn sich die Mittel beider Ausprägungen zur Zielerreichung unterscheiden.
Insbesondere die Da’wa Aktivitäten aus Saudi Arabien fördern trotz immer kurzfristig verlaufender Jihadisierungsprozesse heutiger „Europa Afghanen“ und „urbaner Jihadisten“ durch die digitalisierte salafitische „Cyber Umma“ bei psychisch instabilen und sich in Lebenskrisen befindlichen jungen Muslimen und Konvertiten die Empfänglichkeit für die Lehren der al-Muwahiddun, die emphatisch den Ǧihād predigen. Durch hohe finanzielle Investitionen und der Entsendung saudischer Imame hat sich diese Religionsauslegung seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion in einem Gürtel von Tschetschenien bis nach Bosnien und dem Kosovo etabliert und stellt damit in der globalen Gefährdungslage weiterhin ein nicht zu vernachlässigendes Gefährdungspotential dar.
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Die in kurzer Zeit veröffentlichten Videobotschaften mit Bezug zu Deutschland zeigen, wie die strategische Ebene des global agierenden hybriden Terrornetzwerkes al Qaida weiterhin auf professionell höherem Niveau in der Lage ist, auf aktuelle politische Ereignisse zu reagieren.
Definiert wird hier al Qaida als ein sunnitisches Terrornetzwerk mit einer saudi-arabisch und ägyptisch dominierten Kernorganisation, die mit regionalen jihadistischen Gruppen wie der „Islamic Jihad Union“ (IJU) und dem „Islamic Movement of Uzbekistan“ (IMU) Verbindungen unterhält, wobei eine genaue Trennung aufgrund der übereinstimmenden Ziele nicht vorzunehmen ist.
Seit der Veröffentlichung einer sechsminütigen Videobotschaft am 10.03.2007 und des Drohvideos von Oktober 2008 mit dem Konvertiten Eric Breininger, in der der Abzug deutscher und österreichischer Soldaten auf Afghanistan gefordert und mit Anschlägen gegen die Bundeswehr gedroht wurde, verdeutlicht diese „Ballung“ die zunehmende Bedeutung Deutschlands im Zielspektrum jihadistischer Gruppen innerhalb eines globalen Gefährdungsraumes. Damit hat sich der Gefährdungsabstand zu bisherigen Zielländern wie den Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritannien nicht nur verringert, sondern Deutschland rangiert derzeit als möglicher Aktionsraum hinter den Vereinigten Staaten an zweiter Stelle. Faktisch hat al Qaida Deutschland den Jihad erklärt.
Vor dem Hintergrund der Bundestagswahl am 27.09.2009 kann sich die seit Zerschlagung der „Meliani Gruppe“ Ende 2000 als relevant zu charakterisierende Gefährdungslage jederzeit in eine akute Gefährdungslage wandeln, die sich in Anschlägen gegen Ziele in Deutschland oder gegen deutsche Interessen im Ausland manifestiert.
Hierbei stellt sich die Anschlagsgefahr in Afghanistan gegen die dort stationierten „International Security Assistance Force“ (ISAF) Kontingente gegenwärtig als vorrangig dar.
Dort hat sich seit 2008 die Sicherheitslage kontinuierlich und signifikant verschlechtert, wobei im Süden des Landes derzeit die quantitativ meisten sicherheitsrelevanten Ereignisse zu verzeichnen sind. Aber auch der Norden des Landes gerät vermehrt unter Kontrolle der afghanischen Taliban und al Qaida nahe stehender Kräfte, womit sich das Anschlagsrisiko für die ISAF Kontingente erhöht hat.
Afghanistan gilt seit 2008 hinter dem Irak als das Land mit der höchsten Gefährdung und dem höchsten Anschlagsrisiko für dort stationierte westliche militärische Kräfte und zivile Organisationen. Allein im Januar 2009 (Stand: 30.01.2009) waren in Afghanistan 22 gefallene Soldaten zu verzeichnen gegenüber 14 gefallenen Soldaten im Januar 2008. Die zunehmende Distanz der Zivilbevölkerung betrifft auch die Soldaten der Bundeswehr, was nicht nur auf der zunehmend auf Eigensicherung und die Rücksichtnahme auf die Stimmung in Deutschland beeinflussten Abschottung gegenüber der afghanischen Zivilbevölkerung geschuldet ist. Vielmehr hat die steigende Zahl von zivilen Opfern im Rahmen von OEF, der steigende Terror der Taliban gegen die Zivilbevölkerung und die resistente Korruption das bisher dominierende Bild der ISAF als Garant für Frieden, Aufbau und Wohlstand verdrängt. Festigt sich dieses Bild, kann Afghanistan eine Entwicklung wie der Irak nehmen, wo nach einem jahrelang hohen Bodycount von Soldaten und Zivilisten erst durch eine erfolgreiche Counter Insurgency Strategie jihadistische und kriminelle Gruppen erfolgreich bekämpft werden konnten. Solch eine Strategie ist derzeit für Afghanistan nicht in Sicht.
Gefährdungspotential in Deutschland:
Derzeit existiert in Deutschland ein dreistelliges Potential an Mudschaheddin, die bereit wären, Selbstmordanschläge auszuüben, wobei es sich hier primär um das Phänomen der dritten Mudschaheddin Generation des „homegrown terrorism“ handelt.
Der als „Bonn Bomber“ bekannt gewordene und seit Mitte März 2007 zur oberen Planungsebene der al Qaida zählende Bekkay Harrach (31) [Kampfname: Abu Talha, der Deutsche] verbreitet in dem Drohvideo „Das Rettungspaket für Deutschland“ eine von Sicherheitsbehörden als alarmierend eingeschätzte Aussage: „Unsere Atombombe ist eine Autobombe. Jeder Muslim kann eine sein.“
Er gehört zu den geschätzten 50 – 100 Newborn Muslimen und Konvertiten, die in den letzten Jahren im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet der „Federally Administered Tribal Area“ (FATA) ausgebildet wurden. Harrach selbst erhielt sein Training durch einen der früheren Chefplaner der al Qaida, dem Ägypter Abu Ubaida, der Anfang 2008 durch Kinetik Targeting der US Armee neutralisiert wurde. Er durchlief nach bisherigen Kenntnisstand seine jihadistische Sozialisation innerhalb eines langwierigen Prozesses, an dessen Anfang Kontakte zur saudi-arabischen „König Fahd Akademie“ in Bonn Bad Godesberg standen. Harrach zählt zur neuen Gefährderkategorie der „Europa Afghanen“, die ihre jihadistische Ausbildung in den neuen Ausbildungslagern der al Qaida erhalten. Sie kehren nach ihrer Ausbildung entweder wieder nach Deutschland zurück, um als „urbaner Jihadist“ in Deutschland den Jihad auszuüben. Oder sie schließen sich regionalen jihadistischen Gruppen an (wie Harrach oder Breininger).
Eric Breininger (21) [Kampfname: Abdul Gaffar al Almani], der als ein psychisch labiler und leicht zu beeinflussender Charakter charakterisiert werden kann, wurde Anfang 2007 in einer schwierigen familiären Situation durch einen Pakistaner jihadisiert und zog mit dem Konvertiten Daniel Schneider in eine Wohngemeinschaft in Saarbrücken-Dudweiler. Schneider gehörte zur „Sauerland Zelle“ und wurde im September 2008 mit dem Konvertiten Fritz Gelowicz und Adem Yilmaz verhaftet. Breininger kam über den Weg eines Sprachstudiums an einer einschlägig bekannten Sprachschule in Kairo in ein Trainingalger der IJU.
Andere führen als Shahîd Selbstmordanschläge aus wie der türkischstämmige Cüneyt Ciftci (geb. 1979 in Freising bei München), der aus dem Umkreis der Milli Görüs Ansbach stammte und im April 2007 Deutschland verließ, um sich am 03.03.2008 bei einem Selbstmordanschlag in der afghanischen Provinz Khost zu opfern, wobei zwei amerikanische Soldaten und drei Zivilisten getötet wurden. Jederzeit muss mit weiteren Anschlägen auf die ISAF Kontingente durch deutsche Jihadisten gerechnet werden.
Derzeit gehen die Sicherheitsbehörden von einem weiteren Konvertiten in Bonn Bad Godesberg aus, der Deutschland verlassen könnte, um sich dem Jihadismus anzuschließen. Auch in Bremen steht ein Konvertit unter Beobachtung der Sicherheitsbehörden, der Kontakte zu islamistischen Kreisen in Sindelfingen bei Stuttgart unterhalten soll. Ebenso ist das islamistische Umfeld in Ulm/Neu-Ulm weiterhin aktiv, deren Anhänger sich aufgrund staatlichen Verfolgungsdruckes in Privaträumen treffen.
Langfristig wird damit der aktionsorientierte militante Islamismus vor dem legalistisch agierenden Jihadismus die größte Gefährdung Deutschlands in einer globalen Gefährdungslage darstellen, die sowohl das Land selbst, als auch deutsche Interessen im Ausland betrifft.
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Die Ergebnisse der Studie des „Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung“ verdeutlichen die Folgen der in den letzten Jahren unterlassenen Diskussion um die Frage der Integrationsfähigkeit und Integrationswilligkeit hier lebender Menschen mit Zuwanderungshintergrund (so die offizielle Bezeichnung der NRW Landesregierung).
Denn nicht die immer angeführte monokausale „Fremdenfeindlichkeit“ der einheimischen Bevölkerung ist für diese Zustände verantwortlich, sondern die unterlassene Integrationspolitik der jeweiligen Bundes- und Landesregierung(en), die eine aus politischen und ökonomischen Gründen initiierte massenhafte Zuwanderung von „Gastarbeitern“ als Konjunkturpuffer förderte, die nach heutigem Kenntnisstand den damals schon notwendigen Strukturwandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft verhinderte. Spätestens mit dem offiziellen Anwerbebstopp 1973 und dem weiterhin erfolgten Nachzug von Familienmitgliedern war die offiziell verbreitete Sichtweise von hier zeitlich begrenzt lebenden Arbeitskräften, die wieder in ihre Heimatregion zurückgehen, als Illusion anzusehen, der auch die erste Zuwanderungsgeneration weiterhin anhing. Hinzu kam seit den 1980er Jahren die Ideologie des idyllischen Multikulturalismus, die nicht nur von neuen politischen Bewegungen, sondern auch von Vertretern der Geisteswissenschaften als Mischung aus ideologischer Gebundenheit und dem Bild des „edlen Wilden mit seinen nicht antastbaren kulturellen Besonderheiten“ gepflegt wurde, welches der französische politische Theoretiker Jean-Jacques Rousseau in seinem Discours „Über die den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen“ von 1754 als Urzustand der Gleichheit entworfen hatte.
Damit wurden Integrationsmaßnahmen gezielt unterbunden, deren Folgen heute umso stärker hervortreten.
Nun zeichnet sich die türkische Community in Deutschland (um die es in der Hauptsache geht) durch eine Heterogenität aus. Es gibt nicht wenige türkischstämmige Eltern, für die die Bildung ihrer Kinder ein hohes Gut darstellt und Erfolgsgeschichten türkischstämmiger Angehöriger der zweiten Zuwanderungsgeneration. Aber ebenso steigt der Anteil der Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte, die aufgrund ihrer marginalen Bildungs- und Sprachkompetenz eine resistente neue „Gastarbeitergeneration“ bilden, die ein Leben lang auf staatliche Transferleistungen angewiesen sein werden. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit haben 68 Berliner Schulleiter des Schulbezirks Berlin-Mitte in einem Brandbrief an die Senatsverwaltung die katastrophalen Bedingungen an ihren Schulen beklagt. Der Ausländeranteil an den Schulen liegt durchschnittlich bei 90%, der Anteil von Familien mit deutlich unterdurchschnittlichen Einkommen bei 65%. Nahezu alle Eltern, die es sich leisten können, melden ihre Kinder an Privatschulen oder an Schulen in anderen Bezirken an. Viele Kinder beherrschen nicht die deutsche Sprache und die Eltern stellen aufgrund fehlender Sprachkompetenz keine Hilfe dar. Vielmehr seien diese noch in tradierten archaischen Clanstrukturen gefangen und begreifen nicht, welchen Wert eine gute Bildung besitzt.
Damit stehen aktuell die immer noch vertretenden Migrationsmodelle der „self-fulfilling prophecy“ in der Nachfolge der „Chicago School“ auf dem Prüfstand, die Integration als intergenerativen und einseitigen zwangsläufigen Erfolgsprozess definieren, der in Form einer Kausalabfolge von der kognitiven Assimilation (Spracherwerb) über die strukturelle (Ausbildung, Arbeitsmarkt) und soziale Integration (Kontakte und Netzwerke) in eine identifikative Assimilation in Form der Identifizierung mit den Normen und Werten der Aufnahmegesellschaft unter Aufgabe der bisherigen ethnisch-kulturellen Identität endet.
Vielmehr erleben wir heute verstärkte Formen der residentiellen Segregation einer quantitativ größer werdenden neuen Unterschicht abgehängter Einheimischer und Zuwanderer, die sich durch soziale und moralische Verwahrlosung und Verrohung auszeichnet. Der Bochumer Stadtsoziologe Prof. Dr. Klaus Peter Strohmeier spricht hier von „demokratiefreien Zonen“, dessen Bewohner in einem apathischen Gestaltungspessimismus gefangen sind.
Solche Zustände herrschen heute auch in jeder Stadt in NRW. Ganze Stadtteile nähern sich vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung im Zeitablauf immer weiter den Verhältnissen einer „orientalischen Stadt“ mit mehrkerniger ethnisch-religiöser Segregation an, wo der Rückzug in die eigene lokal zentrierte Parallelgemeinschaft mit hohem sozialen Druck durch Familie und Verwandtschaft, transnationalem Heiratsverhalten in Form von „Importbräuten“, eigener spezifischer Ethnic Infrastruktur und verstärktem Einfluss islamischer Dachverbände Integration unmöglich macht, das man die Alltagswelt ohne deutsche Sprachkompetenz bewältigen kann. Hier wird die Familie zum „Netz und Käfig“ (so Janßen/Polat 2006 in einer Untersuchung bez. der Integration türkischer Migranten der zweiten Generation in Hannover), die Handlungsoptionen einschränkt und nur begrenz Ressourcen zur Verfügung stellen kann, die Integration fördern. Gerade nach hier geholte Importbräute, die sich bruchlos in die archaisch-patriarchalischen Strukturen einfügen, können ihren Kindern keine Hilfe sein, da sie selbst die deutsche Sprache nicht sprechen und man es auch verbietet, diese zu erlernen.
Um Integration zu fördern, bedarf es daher vielmehr gezielter Lenkung mit der Anwendung von Sanktionen bei regelwidrigem Verhalten. Angefangen von einer Deutschpflicht vom Kindergarten an über die Streichung von Kindergeld (wenn das Kind die Schule nicht besucht) bis zur Pfändung in Hartz IV Leistungen bei Bußgeldbescheiden für die Eltern von Schulverweigerern besteht ein Instrumentarium, welches verstärkt angewendet werden muss, wenn Integrationsunwilligkeit vorliegt. Abzulehnen sind dagegen solche Vorschläge wie die der Sozialwissenschaftlerin Dr. Necla Kelek, die eine 10% Migrantenquote für Betriebe gefordert hat, da man damit nicht an die Ursachen herangeht, sondern vielmehr Tendenzen von Integrationsunwilligkeit verstärkt.
Mag das vielen zu weit gehen, so muss eines am Ende klar herausgestellt werden. Es geht hier um Kinder, denen aus Scheu vor einer objektiven Diskussion ohne Tabus die Zukunft genommen wird. Und letzten Endes auch um den Erhalt des Gemeinwesens, welches schon heute durch steigende Desintegration gefährdet ist.
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In der Zwischenzeit ist das offizielle Video als Bestätigung der Gründung der neuen al-Qā´ida Organisation "Tanzim al-Qa'idah fi Jazirat al-'Arab" im Internet veröffentlicht worden:

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Amir Abu-Basir, Amir (Befehlshaber) der القاعدة al-Qā´ida in Saudi-Arabien hat die Existenz einer neuen Organisation verkündet, die den Namen "al-Qā´ida auf der arabischen Halbinsel (Tanzim al-Qa'idah fi Jazirat al-'Arab) " trägt. Dazu haben sich die frühere "Mujahideen of the Land of the Two Holy Places (Saudi Arabia)" und die "al-Qā´ida des Emirat Yemen" zusammengeschlossen, um in Zukunft die "Versorgungswege zu den Basen der Zionisten und Kreuzfahrer auf der arabischen Halbinsel zu zerstören" und neue Trainingscamps zu erreichten, wo neue Mudschaheddin trainiert werden sollen, um "Palästina zu befreien". Damit will al-Qā´ida ihren Einfluss in Palästina ausweiten, wo derzeit (noch) die HAMAS Gruppen wie جَيش الإسل Ǧaiš al-Islām (Armee des Islam) bekämpft, die Verbindungen zu al-Qā´ida besitzen. Damit hat sich meine Einschätzung des ersten Blogeintrages bezüglich der zukünftigen Entwicklung des Yemen zu einem neuen Zentrum des Jihadismus bestätigt.

Quelle: http://wapedia.mobi/de/Arabische_Halbinsel
Die Grafik steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation
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http://de.youtube.com/watch?v=k-BLJJUy8wo&feature=related
Anmerkung:
Der hier gepredigte salafitische Islam, der sich als Reformislam an den as-salaf as-salih (den frommen Altvorderen von Medina = der Prophet und seine sahaba [Begleiter und Gefährten]) orientiert, um eine neue Umma im Geist der Altvorderen zu errichten, findet seine Inspiration im genannten Ahamd Ibn Hanbal (780 - 855 n.Chr.), dem Begründer der hanbalitischen Madhhab (Rechtsschule), die zwar die jüngste und kleinste der vier sunnitischen Madhahib ist, aber großen Einfluss u.a. bei den saudi-arabischen al-Muwahiddun findet. Nach Aussagen von Aussteigern jihadistischer Gruppen ist der salafitische Islam derjenige, der global in den madaris (islamischen Lehranstalten) am meisten gelehrt wird. In Deutschland gelten rund 12 Moscheen als salafitisch dominiert.
Auch die Ayat al Kursi (besser bekannt als "Thronvers") verdeutlicht das im interreligiösen Dialog unterschlagene unterschiedliche Gottesbild zwischen Christentum und Islam.
Sure 2, Vers 255 lautet:
Allah - kein Gott ist da außer Ihm, dem Ewiglebenden, dem Einzigerhaltenden. Ihn ergreift weder Schlummer noch Schlaf. Ihm gehört, was in den Himmeln und was auf der Erde ist. Wer ist es, der bei Ihm Fürsprache einlegen könnte außer mit Seiner Erlaubnis? Er weiß, was vor ihnen und was hinter ihnen liegt; sie aber begreifen nichts von Seinem Wissen, es sei denn das, was Er will. Weit reicht Sein Thron über die Himmel und die Erde, und es fällt Ihm nicht schwer, sie (beide) zu bewahren. Und Er ist der Hohe, der Erhabene. [Zit. nach der Onlineausgabe des Koran auf der Homepage des Zentralrates der Muslime in Deutschland]
Anders als Judentum und Christentum lehren, beschränkt der Koran das Schöpfungshandeln nicht auf ein Sechs-Tage-Werk "am Anfang", nach dessen Vollendung Gott sich von seinem Werk zurückzieht, um freilich als Herr der irdischen Geschichte bisweilen in den Weltenlauf einzugreifen, wozu auch der Tod seines Sohnes Jesus Christus gehört (was von den Muslimen bekanntlich abgelehnt wird, da Allah keinen Sohn hat. So Sure 112, Vers 3:
Er zeugt nicht und ist nicht gezeugt worden [Zit, s.O.]
Vielmehr ist für einen gläubige Muslim Allah in jedem Augenblick der Existenz gegenwärtig, da Allah von seinem Thron aus das Weltgeschick lenkt. So Sure 55, Vers 29:
Ihn bitten alle, die in den Himmeln und auf Erden sind. Er ist tagtäglich in jeglichem Einsatz. [Zit, s.O.]
Somit hat ein Muslim nur eine Lebensaufgabe (nach dieser Religionsauslegung). Sein Gesicht in ewiger dankbarer Verehrung Allah zuwenden (die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Muslim), da dies die einzige dem Menschen zugedachte Daseinshaltung ist. So Sure 30, Vers 30:
So richte dein Antlitz in aufrichtiger Weise auf den Glauben; (dies entspricht) der natürlichen Veranlagung, mit der Allah die Menschen geschaffen hat. Es gibt keine Veränderung an Allahs Schöpfung. Das ist der beständige Glaube. Allein die meisten Menschen wissen es nicht. [Zit, s.O.]
Und Sure 3, Vers 20:
Und wenn sie mit dir streiten, so sprich: "Ich habe mich ganz und gar Allah ergeben [gemeint ist hier das Gesicht ganz zu Allah wenden, eig. Einfügung], und ebenso, wer mir nachfolgt." Und sprich zu jenen, denen die Schrift gegeben wurde, und zu den Unbelehrten: "Werdet ihr Muslime?" Und wenn sie Muslime werden, sind sie geleitet; kehren sie sich jedoch ab, so obliegt dir nur die Verkündigung. Und Allah durchschaut die Diener. [Zit,s.O.]
Hier deutet sich die Wandlung des Begriffes Muslim an. Von demjenigen, der sein Gesicht ganz Allah zugewendet hat zur Bezeichung für denjenigen, der ein Bekenner der von Muhammad gestifteten Religion ist.
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Auf jihadistischen Webseiten wurde ein Video mit dem Titel "Abu Talha der Deutsche" veröffentlicht, welches von der السحاب As-Sahab Foundation for Islamic Media Publication angefertigt wurde. In diesem Video in deutscher Sprache mit arabischen Untertiteln, welches anscheinend im Okober 2008 angefertigt wurde, droht ein vermummter Mann mit dem Namen "Abu Thala al-Almani" u.a. mit Vergeltungsmaßnahmen, wenn die deutsche Regierung die ISAF Kontingente nicht aus Afghanistan abzieht. Auch wenn die Echtheit bis jetzt nicht bestätigt wurde, verdeutlicht das Video die sich verstärkende Gefährdungslage für deutsche Ziele in Afghanistan, die vermehrt in das Zielspektrum jihadistischer Anschläge gerät. So wie beim Anschlag vor der deutschen Botschaft in Kabul.


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