Dr. Thomas Tartsch
Juli 2008 verlustreichster Monat des bisherigen Afghanistaneinsatzes - "urbaner Jihad" Jihad der Zukunft
Kategorie 1
Kategorie 2
Dezember, 2008
Januar, 2009
Februar, 2009
März, 2009
April, 2009
Mai, 2009
Juni, 2009
Juli, 2009
August, 2009
September, 2009
Oktober, 2009
Dezember, 2009
Januar, 2010
Februar, 2010
März, 2010
April, 2010
Mai, 2010

Mit 74 gefallenenen Soldaten im Juli 2009 (Juli 2008: 30 gefallene Soldaten) stellt sich dieser Monat als der verlustreichste Monat des bisherigen Afghanistaneinsatzes seit Ende 2001 dar, wobei die amerikanischen Streikräfte mit 39 gefallenen Soldaten im Juli 2009 ebenfalls ihren verlustreichsten Monat zu verzeichnen haben, bei dem die meisten Soldaten durch eine  Unkonventionelle Spreng- oder Brandvorrichtung (USBV) (engl. improvised explosive device, IED) getötet wurden. Insgesamt sind bis Ende 2009 230 gefallene Soldaten zu verzeichnen (129 amerikanische/ 101 andere Nationaliät), womit die Gesamtzahl der gefallenen Soldaten des Jahres 2008 (232) schon im dritten Quartal fast erreicht wird. Bei gleich bleibender Entwicklung wird bis Ende 2009 auch das bisher verlustreichste Jahr 2008 mit 294 gefallenen Soldaten übertroffen werden, da ein Ende der militärischen Auseinandersetzungen nicht abzusehen ist, da sich Afghanistan nach der Niederlage der jihadistischen Kräfte im Irak zum neuen Ausweich- und Operationsgebiet ausländischer Mudschahiddin entwickelt hat. Schon im Irak waren rund 90% der dort kämpfenden Mudschahiddin Ausländer, wobei der größte Teil aus Saudi-Arabien stammte.


Nach den "Araber Afghanen" der ersten al Qaida Generation hat sich in Afghanistan eine neue "Internationale der Mudschahiddin" gebildet, da aktuell Jihadisten aus der ganzen Welt in Afghanistan den Jihad ausüben.Das verdeutlichen die global ins Internet eingestellten und einzusehenden Werbevideos für den Jihad in Afghanistan, die gezielt Mudschahiddin verschiedener Nationen zeigen, die sich als verschworene und gleichberechtigte Kampfgemeinschaft präsentieren, wobei die aus Deutschland stammenden Chouka Brüder einen Schwerpunkt für die Rekrutierung neuer Kämpfer bilden, da Deutschland seit Ende 2008 nicht nur  vor dem Hintergrund der anstehenden Bundestagswahlen direkt ins Zielspektrum des global agierenden Jihadismus gerückt ist, sondern auch, weil es sich derzeit das schwächste Glied in der Kette der am Gegenjihad beteiligten Länder darstellt, wo ein erfolgreicher Anschlag mit einem Bodycount in Höhe der Londoner Anschläge von 2005 ausreichen würde, um einen Rückzug der ISAF Kontingente aus Afghanistan zu forcieren, da die Stimmung in der mehrheitlich desinteressierten Bevölkerung schon seit längerem gegen den Afghanistaneinsatz eingestellt ist, was auch der unzureichenden Informationspolitik der Bundesregierung und des fehlenden Rückhalts für die eingesetzten Bundeswehsoldaten durch die Politik im Allgemeinen anzulasten ist.


Wie ich in meiner im Okotber 2008 veröffentlichten Analyse über den "urbanen Jihadisten und die neue Gefährderkategorie der Europa-Afghanen" , die im Punkt des urbanen Jihadisten auch von anderen Terrorismusexperten wie Whalid Pares in ähnlicher Form vertreten wird , vorhergesagt habe, wird der Jihad der Zukunft in urbanen Gegenden geführt werden, während Kriege wie der in Afghanistan ein Beispiel für (in Ergänzung zu Münklers Theorie der "neuen Kriege) den Raumerhaltungs- und Raumgewinnungskrieg in der Spielart von Jihad und Gegenjihad mit den Schwerpunkten Pheripherie und Zentrum darstellt.


Immer mehr deutsche junge Muslime und Konvertiten bilden nicht nur das Potential des indigenen "homegrown terrorism", sondern werden seit Mitte 2007 in ausländischen Trainingslagern ausgebildet. So dieses Jahr schon 40 deutsche Konvertiten, die in Pakistan ausgebildet wurden, womit 15% der dort ausgebildeten Jihadisten deutsche Konvertiten sind. Mit steigender Tendenz muss man hinzufügen, da kaum Erkenntnisse über die existenten jihadistischen Netzwerkstrukturen vorliegen.


Diese Jihadisten kämpfen auch in Afghanistan innerhalb der neuen Mudschahiddin Internationale, um dann später als Europa-Afghanen auch in Deutschland den urbanen Jihad auszuüben. Damit bedarf es nicht nur endlich einer Counterinsurgency in Afghanistan, sondern auch in Deutschland müssen neue Gegenstrategien für die Bekämpfung des urbanen Jihadismus entwickelt werden.


<< Navigieren zu 01.08.2009 Neuen Kommentar hinzufügen
0 Elemente gesamt
Kommentar hinzufügen
Name*
Betreff*
Kommentar*
Bitte geben Sie den Bestätigungscode ein, den Sie auf dem Bild sehen*
Bild neu laden
Flash IntroHauptseiteÜber michGehenna Buchverlag Kontaktieren Sie michBlog
Copyright 2009 by Dr. Thomas Tartsch